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Allgemeine Informationen und Tips

Unter oder Analkoitus (von lat. anus After; auch: Pedicatio) – umgangssprachlich auch genannt – versteht man das Einführen des erigierten männlichen Penis in den After des Sexualpartners. Das Einführen eines Sexspielzeugs oder anderer Gegenstände, der Finger oder der Hand (Fisting) sowie der Zunge (Anilingus) zählt zur analen Stimulation und nicht zum .

Anal_Intercourse_Artwork.jpg

Anal Intercourse Artwork

Prinzip

Der Afterbereich ist bei Personen beider Geschlechter eine sexuell stimulierbare erogene Zone, die mit vielen Nervenenden ausgestattet ist. Zusätzlich führt beim Mann passiver zur Reizung der sexuell empfindlichen Prostata, die einen Orgasmus auslösen kann. Bei der Frau können durch auch der sogenannte A-Punkt und das Scheidengewebe stimuliert werden. Für den aktiven Partner bedeutet der aufgrund der engeren und potenziell muskulöseren Körperöffnung eine intensivere Stimulation gegenüber dem Vaginalverkehr. Die Praktik setzt für viele Personen ein höheres Maß an Vertrauen voraus, wird andererseits jedoch auch als entsprechend intimer empfunden.

Analverkehr in einer Illustration von Paul Avril

in einer Illustration von Paul Avril

Als „aktiv“ wird beim diejenige Person bezeichnet, die ihren Penis einführt, als „passiv“, auch „anorezeptiv“, diejenige, bei der der Penis eingeführt wird. Beides kann als lustvoll empfunden werden.

Eine Sonderform des Analverkehrs stellt das Pegging dar, dabei wird der aktive Part durch die Frau mit Hilfe eines Dildo übernommen. Pegging kann sowohl in lesbischen als auch in heterosexuellen Beziehungen praktiziert werden.

Suzuki Harunobu, Shunga

Suzuki Harunobu, Shunga

Schmerzvermeidung und Lustgewinn

Ein Butt-plug kann zur Vorbereitung des Analverkehrs verwendet werden
Der Anus ist aufgrund zahlreicher Nervenenden eine hochgradig erogene Zone, die anale Stimulation wird daher oftmals lustvoll erlebt. Nervenenden finden sich rund um den äußeren Schließmuskel, aber auch der innere Teil sowie der Enddarm können durch Druck und Bewegung stimuliert werden. Die meisten Menschen können durch passiven allein nicht zum Orgasmus kommen, das heißt, sie benötigen zusätzliche genitale Stimulation zum Erreichen des Höhepunktes. Unter Umständen ist ein Orgasmus jedoch auch durch rein anale Stimulation möglich: Für Männer geschieht dies durch Stimulation der Prostata, für Frauen durch Anspannung der Beckenbodenmuskulatur.

Wenn das Eindringen behutsam und nicht zu schnell erfolgt sowie genügend Gleitmittel verwendet wird, ist der in aller Regel schmerzfrei. Das Eindringen sollte nie gewaltsam erfolgen, eventuell eintretende Schmerzen sollten als Signal zur vorübergehenden Unterbrechung gesehen werden. Öl- und fetthaltige Stoffe wie Vaseline tragen zur Zersetzung eines Kondoms bei, da sie das Latex des Kondoms angreifen. Nur Gleitmittel auf Wasser- oder Silikon-Basis sind für den Gebrauch zusammen mit Kondomen geeignet.

Als Vorspiel vor dem eigentlichen kann der Anus mit den Fingern stimuliert werden. Sollte das Eindringen des Penis vom passiven Partner wiederholt als schmerzhaft empfunden werden oder mit einem unangenehmen Gefühl einhergehen, so ist mitunter die Benutzung eines Butt Plug möglich. Dabei handelt es sich um ein kegelförmiges Objekt, das vor dem durch den passiven Partner getragen werden kann. Der Butt Plug stellt eine optimale Vorbereitung dar, um die Muskulatur des Anus zu entspannen und leicht vorzudehnen. Ihre spezielle Form verhindert ein Hineinrutschen sowie selbstständiges Herausrutschen aus dem Anus. Butt Plugs können kurz vor dem Verkehr während des Vorspiels benutzt werden oder auch für längere Zeiträume, über mehrere Stunden hinweg, unabhängig vom eigentlichen Geschlechtsverkehr getragen werden.

Hygiene

Mitunter existieren Bedenken bezüglich der Hygiene, welche sich in der Regel auf im Enddarm befindliche Fäkalreste beziehen. Die Angst, während des Verkehrs mit Kot in Kontakt zu kommen, ist jedoch größtenteils unbegründet. Nach der Defäkation verbleibt kaum Stuhl im Enddarm, Anus und Enddarm stellen lediglich Durchgangskanäle dar und sind somit nur unmittelbar vor und während der Defäkation mit Kot in Kontakt. Jedoch können durch die unregelmäßige Struktur der Darmwand immer Fäkalreste im Enddarm haften bleiben. Diese Fäkalreste lassen sich jedoch durch Analspülungen vollständig beseitigen.

Abwechselnd praktizierter Vaginal- und sollte stets mit einem Kondomwechsel kombiniert oder aber der Penis vor dem Wechsel abgewaschen werden, da ansonsten Keime aus dem Enddarm in die Vagina eingebracht werden und Entzündungen auslösen können. Ein Risiko besteht auch, wenn Samen bei ungeschütztem Verkehr aus dem After austritt und mit der Vagina in Berührung kommt.

Analspülungen und Kondomgebrauch stellen keine Notwendigkeit dar, sie können bei Bedarf jedoch den Komfort erhöhen. Selbstverständlich kann der auch spontan ohne jegliche Vorbereitungen durchgeführt werden. Jedoch sollte immer bedacht werden, dass ein Kondom zur Verhütung sowie zur HIV-Vorbeugung notwendig sein kann.

Risiken, Safer Sex und HIV

Beim besteht für den passiven Partner gegenüber dem Vaginalverkehr (der nur bei Frauen möglich ist) erhöhte Verletzungsgefahr: Die stark durchblutete Schleimhaut des Enddarms ist wesentlich empfindlicher als beispielsweise die Vagina. Durch die kleinsten Verletzungen können Viren und Bakterien im Enddarmbereich leicht übertragen werden. Eine Überdehnung des Schließmuskels bringt die Gefahr von Rissen mit sich. Ebenso kann zu tiefes Eindringen zu innerlichen Verletzungen im Enddarm führen.

Durch die beim möglichen Verletzungen, aber auch durch den wechselseitigen Kontakt mit bzw. die Einbringung von Körperflüssigkeiten besteht die Gefahr einer sexuell übertragbaren Erkrankung, insbesondere einer Ansteckung mit HIV, Hepatitis B oder Hepatitis C. Personen mit wechselnden Geschlechtspartnern sollten deshalb beim immer Kondome verwenden, eine erhöhte Sicherheit können spezielle, extrastabile Präservative bieten, die eine höhere Elastizität und eine dickere Wandstärke aufweisen. Die Verwendung von Gleitmittel reduziert das prinzipielle Verletzungsrisiko erheblich. Nur Gleitmittel auf Wasser- oder Silikon-Basis sind für den Gebrauch zusammen mit Kondomen geeignet, da fetthaltige Gleitmittel das Latex des Kondoms angreifen. Ungeschützter homosexueller ohne Kondom wird mit dem Begriff Barebacking bezeichnet.

Gesellschaftliche Verbreitung und Häufigkeit

Gegenüber herrschen zum Teil Vorbehalte, so wird er etwa als unhygienisch oder zwangsläufig schmerzhaft betrachtet, mitunter auch aus religiösen Gründen abgelehnt. Sowohl im Christentum als auch im Islam wurde traditionell als sündhaft und verwerflich angesehen, wenn auch diese Position heutzutage zum Teil liberaler gesehen wird. Oftmals besteht ein prinzipielles Interesse am , jedoch wird das Thema aus Angst vor Desinteresse gegenüber Partner oder Partnerin nicht angesprochen. Insbesondere bei Männern herrscht oft die Meinung vor, Frauen würden dem ablehnend begegnen oder nur dem Partner zuliebe praktizieren. Dies trifft natürlich auf einige Frauen auch zu, andere jedoch empfinden ihn als sehr lustvoll. Teilweise wird der auch von Frauen dem Vaginalverkehr gegenüber bevorzugt.

Auch wenn der öffentliche Umgang mit dem Thema teilweise noch immer durch Tabus besetzt ist, wird der doch von vielen Menschen praktiziert. Durch die zunehmende Offenheit und Präsenz sexueller Themen in den Medien hat sich der unter Homo- wie Heterosexuellen inzwischen als normale sexuelle Spielart etabliert. Dabei zeigt sich in gerade jüngster Zeit, das zunehmend beliebter wird. Unklar ist jedoch, ob tatsächlich mehr praktiziert wird oder lediglich die Bereitschaft gestiegen ist, dies auch in Umfragen ehrlich anzugeben.

Eine Studie aus dem Jahr 2008, durchgeführt von Forschern der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung und der City University ergab, dass 49,1% der Deutschen, unabhängig vom Geschlecht, bereits Erfahrungen mit gemacht haben. Ein durchschnittlicher deutscher 40-jähriger Mann hatte während seines Lebens mit im Schnitt 10 Partner/innen. Eine Studie in Österreich im Jahr 2006 unter Jugendlichen ergab je nach Regionen unterschiedliche Anteile: in Wien gaben 52 % der Befragen an, Erfahrungen mit gemacht zu haben, im Burgenland waren es lediglich 37 %. Mitunter liegt der Anteil bei Frauen sogar höher als bei Männern: in Deutschland gaben 2007 in einer Umfrage 40 % der Männer und 42 % der Frauen an, schon einmal praktiziert zu haben. Die deutsche Zeitschrift Neon befragte junge Erwachsene im Alter von 20 bis 35 Jahren, mit dem Ergebnis, das 47% der Männer und 57% der Frauen angaben, bereits praktiziert zu haben.

Auch in den USA wird zunehmend unter heterosexuellen Partnern beliebter. So berichtet das amerikanische Centers for Disease Control and Prevention in einer Studie aus dem Jahr 2006 von einer anhaltenden Zunahme in den letzten Jahren. Insbesondere unter Jugendlichen wird häufiger praktiziert als noch vor zehn Jahren. Für vielen Mädchen stellte eine selbstverständliche Sexualpraktik da.

In Medien pornographischen Inhalts ist der mittlerweile eine regelmäßig dargestellte Spielart.

Insbesondere in Kulturen, in denen auf die Jungfräulichkeit der Frau bei der Eheschließung großen Wert gelegt wird, ist der eine gelegentlich praktizierte Alternative zu vorehelichem (vaginalen) Geschlechtsverkehr, die weder mit dem Risiko einer Schwangerschaft noch einem Verlust des Jungfernhäutchens für die Frau verbunden ist.

und Homosexualität
Von vielen Menschen wird als eine Sexualpraktik verstanden, die primär zwischen homosexuellen Männern praktiziert wird. Diese Annahme ist weitestgehend falsch, da zum einen auch in vielen heterosexuellen Beziehungen ein fester Bestandteil ist, zum anderen gibt es auch viele homosexuelle Beziehungen, in denen kein praktiziert wird. So wie die Vorlieben bei Frauen bezüglich auseinander gehen, trifft dies auch auf homosexuelle Männer zu. Insgesamt lässt sich sagen, dass von homo- wie auch heterosexuellen Personen prozentual gesehen im gleichen Ausmaß praktiziert wird, in absoluten Zahlen damit wesentlich mehr unter Heterosexuellen.

Dennoch wird das Vorurteil oftmals bedient. In vielen Staaten existieren sogar strafrechtliche Sanktionierungen, die unter Strafe stellen oder zumindest als unerwünscht deklarieren. Diese Gesetze und Vorschriften dienen in der Regel der Einschränkung und Bekämpfung von Homosexuellen und werden lediglich als Vorwand genutzt, diese anzuklagen. Meist werden diese Gesetze nicht gegen Heterosexuelle umgesetzt.

und Prostitution
Umfragen zufolge interessieren sich in Deutschland etwa 10 % der Freier für .

in Kunst und Kultur

* In der Philosophie im Boudoir von de Sade lassen sich die Protagonisten über viele Seiten hinweg über das Thema aus. Analspielzeug, anale Dehnung und Unterwerfung durch spielt bei Geschichte der O von Pauline Reage eine wesentliche Rolle.
* Die Autorin Tristan Taormino erzielte einen großen Erfolg mit ihrem Buch Ultimate Guide to Anal Sex for Women. Sie gibt darin Tips und versucht gängigen Vorbehalten entgegenzutreten. Das Buch war ein Überraschungserfolg und fand große mediale Beachtung.
* Im Film Der letzte Tango in Paris aus dem Jahr 1972 kommt es zum zwischen Marlon Brando und Maria Schneider. Dies war die erste explizite Darstellung in einer großen Hollywood-Produktion und sorgte in vielen Ländern für einen Skandal.
* Der Rapper Sido provozierte 2003 mit seinem Arschficksong, in welchem er in drastischer Sprache beschreibt. Das Lied wurde der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien vorgelegt, konnte jedoch wegen einer vorhergehenden FSK-16-Freigabe nicht mehr indiziert werden.
* Eine der bekanntesten Darstellungen von in der modernen Kunst, Jeff Koons Bild Red Butt aus dem Jahr 1991 wurde 2005 beim Auktionshaus Christie’s für $369.000 versteigert. Es zeigt den Künstler beim mit seiner späteren Ehefrau Ilona Staller.

Strafrechtliche Sanktionierung

In keinem Staat Europas und Südamerika (Ausnahme Guyana) steht unter Strafe. Hingegen haben viele afrikanische Staaten geltende Strafbestimmungen gegen .
Suzuki Harunobu, Shunga

Guyana
Der Criminal Law Offences Act bestraft versuchten in Guyana mit zwei Jahren Haft, selbst wird mit bis zu zehn Jahren Haft geahndet.

Iran
ist im Iran, zumindest unter männlichen Homosexuellen, mit der Todesstrafe belegt, zwischen Mann und Frau ist er straffrei.

Jamaika
Artikel 76 des Offenses against the Person Act ahndet schwulen Sex in Jamaika nach einem Gesetz aus der britischen Kolonialzeit als „das abscheuliche Verbrechen der Sodomie“ (the abhominable crime of buggery) mit bis zu zehn Jahren Gefängnis, verbunden mit schwerer Zwangsarbeit.

Japan
wurde 1873 verboten, dieses Gesetz wurde jedoch im Jahr 1880 schon bald wieder zurück genommen. Homosexualität ist in Japan straffrei, allerdings existieren in einigen Präfekturen Altersbeschränkungen für homosexuelle Partnerschaften.

Kanada
Während das allgemeine Schutzalter 2008 (2007 beschlossen) für sonstige hetero- und homosexuellen Handlungen von 14 auf 16 Jahre angehoben wurde, ist (hetero- wie homosexuell) nur dann legal, wenn beide Partner mindestens 18 Jahre alt sind.

Kirgisistan (historisch)
In Kirgisistan konnte der bis 2002 mit bis zu 20 Jahren Zuchthaus bestraft werden. Verurteilungen nach diesem Gesetz waren selten.

Saudi-Arabien
In Saudi-Arabien ist zwischen Mann und Frau verboten und kann mit Gefängnis, Geldstrafen und für den Mann mit Peitschenhieben geahndet werden. Auf zwischen Männern steht die Todesstrafe.
Gleichsetzung von , Homosexualität und Tod durch fundamentalistische Christen auf Anti-Gay Demonstration

Singapur und Indonesien
In Singapur war ebenso wie Oralverkehr verboten. Darauf konnten bis zu zehn Jahre Haftstrafe stehen oder ein Bußgeld in der Höhe von umgerechnet 10.000 Euro. Mittlerweile wurden diese Praktiken allerdings für heterosexuelle Paare legalisiert. Im Nachbarland Indonesien sind diese Praktiken noch immer verboten, aber auch hier sind Verurteilungen in der Praxis selten.

USA (historisch)
In den US-Bundesstaaten Arkansas, Kansas, Missouri, Oklahoma und Texas bestand bis 2003 ein generelles gesetzliches Verbot der Ausübung von .

In zwölf weiteren Bundesstaaten war zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern verboten. Allerdings waren Verurteilungen in der Praxis äußerst selten, etwa für Missbrauch von Minderjährigen – was zwar ohnehin nach anderen Gesetzen zu bestrafen wäre, in diesen Fällen aber einer doppelten Bestrafung unterlag. Nach einem Beschluss des obersten Gerichtshofs der USA aus dem Jahr 2003 im Fall Lawrence v. Texas sind solche Rechtsbestimmungen nichtig. (→Chronologie der Sodomiegesetze in den Vereinigten Staaten)

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